Projekt Wegweiser

Sinnfindung und Selbstverwirklichung für junge Menschen

Das Projekt Wegweiser setzt sich für Sinnfindung und Selbstverwirklichung junger Menschen ein.

Es fördert eine direkte Auseinandersetzung mit elementaren lebensphilosophischen Themen wie zum Beispiel Sinn, Glück, Achtsamkeit und Verantwortung und begünstigt damit die Idee einer ganzheitlichen Bildung an Schulen.

Darüber hinaus ist es ein Ziel des Projekts, das Bewusstsein junger Menschen mehr zum bedachten Umgang mit sich selbst und der Umwelt zu führen. Als Grundlage zur Umsetzung dient ein von Lukas Kiemele entwickeltes kostenloses philosophisches Magazin, das an Schüler*Innen, Lehrer*Innen und andere Interessierte weitergereicht wird.

Die Absicht der im Magazin dargestellten Inhalte ist es, jungen Menschen, d.h. vor allem Schülern, dabei zu helfen, herauszufinden, wer sie sind, was ihre Fähigkeiten sind und wie sie mit ihren Fähigkeiten und Talenten in der Lage sind, etwas in der Welt zu bewegen, damit sie auch insgesamt Glück empfinden und weitergeben können.

Projekt Wegweiser ist offizieller youpaN-Partner und wird unterstützt von der Stiftung Bildung. 

Projekt Wegweiser wird gefördert vom youpaN und der Stiftung Bildung

Beschreibung: Wie funktioniert das Projekt?

a. Der erste Teil des Projekts besteht aus einer Studie zum Thema ›Sinn‹ mit Schülern im Alter von 14-20 Jahren, die mehr Aufmerksamkeit auf dieses brisante Thema lenken und vorangegangene Forschungsergebnisse, nämlich dass ein Großteil der Befragten sinnverloren oder sinnindifferent ist, bekräftigen soll. Die Studie wurde in der ersten Fassung mit 244 Gymnasiasten durchgeführt.

Was heißt sinnverloren?

Sinnverlorenheit empfinden Personen, die ihrem Leben keine geschätzte Bedeutung und keinen Sinn abgewinnen können, weshalb sie aktiv nach etwas suchen, das ihrem Leben Sinn oder Zweck geben wird. Oftmals fühlen sie eine tiefe innere Leere und den damit in Verbindung stehenden Drang, diese auszufüllen. Diese innere Leere stellt gewöhnlich einen großen Leidensdruck dar.

Was heißt sinnindifferent?

Sinnindifferenz beschreibt die Einstellung von Personen, die ihr Leben ohne eine geschätzte Bedeutung und einen Sinn erleben und seine potenzielle Bedeutung oder eine Suche nach Sinn auch nicht aktiv erforschen. Insgesamt finden sinnindifferente Personen die Idee, über ihr Leben nachzudenken, überhaupt nicht wichtig, selbst wenn ihnen Leid, Krankheit etc. zukommt.

Neben dem Verlust der Bedeutung eines Sinns im Leben, steht auch der Werteverlust. Personen, die einer der beiden Kategorien zugewiesen werden können, besitzen im Allgemeinen häufiger ein vermindertes Wohlempfinden.

Die Hypothese der Studie fasst sich damit zusammen, dass insbesondere junge Menschen unter der Last höherer Anforderungen in Berufswahl und Lebensgestaltung sowie der Vielzahl immer weiter ansteigender Freiheitsgrade der modernen Gesellschaft häufig an Orientierungslosigkeit, Sinnentbehrung und Ziellosigkeit leiden.

In der Wegweiser-Studie konnte nachgewiesen werden, dass ca. 50% aller Schüler in die Kategorie der Sinnindifferenten fallen und dieselben Schüler im Allgemeinen ein vermindertes Wohlempfinden haben.

b. Ausgehend von den Ergebnissen der Studie wurden Rückschlüsse darauf gezogen, welche Themen ganz besondere Wichtigkeit für die ganzheitliche Entwicklung der Schüler haben, worauf letztlich die Erarbeitung des philosophischen Magazins abzielte. Es liefert eine schülergerechte Einführung in die Themenblöcke Glück und Erfolg, Verantwortung und Freiheit, Sinn und Leid, Zeit und Tod, Zielfindung und Zielerreichung, Liebe und Beziehung.

c. Im zweiten Teil des Projektes wurde das philosophische Magazin entworfen, ausgearbeitet und gedruckt. Momentan wird es noch an Schüler und Lehrer weitergereicht. Eine ausführliche Beschreibung rund um die Ideen und Ergebnisse des Projekts Wegweiser findest du unter dem nachfolgenden Link ›Erste Ergebnisse ansehen‹.

Erklärung: Wie wird das Projekt umgesetzt?

An erster Stelle des Projekts steht der Prozess der Orientierung. In vielerlei Hinsicht fehlt den Schülern heutzutage eine weitreichende Perspektive, die es nicht nur ermöglicht, Kompetenzen für irgendeinen Beruf zu erwerben, sondern weit darüber hinaus eine Basis für die eigene Glückseligkeit, Freiheit und Verantwortung stellt.

Diese Orientierung soll vorrangig durch das philosophische Magazin gestiftet werden. Neben diesem Hauptaspekt des Projekts gibt es noch zwei weitere, nämlich die sogenannte Wegweiser-Studie und noch die im Rahmen des Projekts stattfindenden Workshops und Vorträge an Schulen. Im Folgenden kannst du mehr über diese Aspekte erfahren.

1. Erster Teil: Wegweiser-Studie

Im Rahmen von Projekt Wegweiser wurde mit Schülern der Klassenstufen 9-13 in Baden-Württemberg eine Studie durchgeführt. Die Studie hatte in ihrer ersten Fassung den Zweck, Daten über das allgemeine Wohlbefinden und insbesondere über die jeweilige innere Einstellung, die die Befragten zu ihrem persönlichen Leben und zum Leben an sich haben, zu erheben.

An der ersten Fassung der Studie haben 244 Schüler zwischen 14 und 20 Jahren mit einem Durchschnittsalter von knapp 17 Jahren teilgenommen. Die Verteilung der biologischen Geschlechtszugehörigkeit setzt sich aus 39,3% männlichen, 59% weiblichen und 0,8% neutralen Befragten zusammen (0,8% fehlend). Die Anzahl gläubiger und nichtgläubiger Befragten ist beinahe identisch.

Der zentrale Bestandteil der Studie ist der Meaning in Life Questionnaire, entwickelt von Michael Steger et al. [1]. Dieses Instrument wurde herangezogen, um die Forschungshypothese zu bestätigen, dass ca. 50% der Stichprobe der Kategorie der Sinnindifferenten zugeordnet werden muss.

Der MLQ ist ein validiertes und höchst reliables Testverfahren zur Bestimmung einerseits einer Empfindung der Präsenz und andererseits einer Suche nach Sinnhaftigkeit im Leben und wurde bereits häufig in anderen Studien eingesetzt [2].

Die Hypothese, dass ca. 50% der befragten Schüler in die Kategorie der Sinnindifferenten fallen, konnte bestätigt werden. Die statistische Auswertung der gültigen Antworten ergab die Zusammensetzung 47,8% ›Sinnindifferent‹, 16,4% ›Sinnverloren‹, 5,6% ›Sinnsuchend‹, und 30,2% ›Sinnerfüllt‹.

Eine detaillierte Erklärung der Studie und ihrer Hintergründe sowie eine vollständige Darstellung der Ergebnisse findest du unter dem nachfolgenden Link ›Erste Ergebnisse ansehen‹.

2. Partner, Stifter und weitere Unterstützung

Das Projekt Wegweiser wurde bislang von der Stiftung Bildung und dem youpaN gefördert. Mit dem youpaN ist das Jugendforum gemeint, in dem sich junge Menschen an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) beteiligen.

Das Projekt Wegweiser hat das Thema Nachhaltigkeit als Grundstein und beabsichtigt, Nachhaltigkeit als theoretisches Konstrukt wie auch als gelebte Praxis in verschiedenen Formen umzusetzen. Ausgangspunkt ist hierfür folgende Überzeugung: Wir müssen verstehen, dass Nachhaltigkeit im Bewusstsein der Menschen beginnt und deshalb bereits früh im Schulleben und darüber hinaus gefördert werden muss.

Wenn du den Fortbestand weiterer Auflagen, die Möglichkeit für Workshops und Vorträge an Schulen und damit das Projekt Wegweiser im Allgemeinen erhalten möchtest, dann unterstütze das Projekt:

3. Zweiter Teil: Philosophisches Magazin

Das philosophische Magazin, das im Rahmen des Projekts Wegweiser entwickelt wurde, befasst sich im Wesentlichen mit sechs Themenblöcken, die einem strukturgleichen Aufbau angepasst wurden.

Wichtig: Das Magazin ist kostenlos für Interessierte erhältlich, fokussiert sich aber auf Schüler und Lehrer.

Jedes der sechs Themen ist einem Kapitel zugewiesen, das aus einer Einführung, einer ersten Frage-Etappe, einer zweiten Frage-Etappe, einer Zusammenfassung und dazwischenliegenden inhaltlichen Textteilen besteht. Folgende sechs Themenblöcke sind im Magazin enthalten: Glück und Erfolg, Verantwortung und Freiheit, Sinn und Leid, Zeit und Tod, Zielfindung und Zielerreichung, Liebe und Beziehung.

Die einzelnen Kapitel konzentrieren sich inhaltlich meist auf einen enger gefassten theoretischen Hintergrund, der schülergerecht formuliert, dargestellt und vermittelt wird. Die Themenbereiche werden basierend auf zentralen Fragen behandelt und beruhen meist auf einer zentralen Position, Denkrichtung, akademischen Schule oder Persönlichkeit.

Beispielsweise werden im ersten Kapitel die aristotelische Konzeption des Glücks samt dazugehöriger Bestandteile wie der Tugend- und Mesoteslehre behandelt und im dritten Kapitel die sinn- und wertezentrierte Anthropologie Viktor Frankls.

Daraus ist unweigerlich zu folgern, dass die Inhalte des philosophischen Magazins keinen belehrenden bzw. autoritären, sondern bloß einen informativen Charakter innehaben.

Die sechs Kapitel werden von einer allgemeinen Einleitung ins Magazin, einer Zusammenfassung und Vorstellung des Projekts sowie einem Interview mit dem youpaN-Mitglied Clara Yiting Lauer zum Thema Nachhaltigkeit, Bildung und Visionen bezüglich des Schulsystems umschlossen. Insgesamt hat das Magazin 68 DIN-A4 Seiten.

4. Vorträge, Workshops und Kontakte

Das philosophische Magazin wurde mit einer Erstauflage von 3000 Exemplaren gefördert. Die Magazine sind kostenlos und werden an Schulen, Lehrer und Schüler verteilt. Besonders wichtig ist die Weitergabe und Vorstellung des gesamten Projekts auf Vorträgen und Workshops für Schüler und Lehrer.

Lehrer, Schulen und andere Interessierte, die sich für das Projekt Wegweiser begeistern und daran teilhaben wollen, können zu den Projektleitern unter folgender E-Mail Kontakt aufnehmen:

Anfragen an: info@narabo.de
(Wo befinden sich Magazine?)

Quellen und Verweise

[1] Siehe: Steger, M. et al.: The Meaning in Life Questionnaire: Assessing the Presence of and Search for Meaning in Life, in: Journal of Counseling Psychology, 2006, Vol. 53, No. 1, S. 80-93.

[2] Siehe: Steger, M.; Shin, J.: The Relevance of the Meaning in Life Questionnaire to Therapeutic Practice: A Look at the Initial Evidence, in: The International Forum for Logotherapy, 33, 2010, S. 95-104.

[3] Für einen kurzen Überblick zu Frankl siehe: Viktor Frankl – Über Leid und den Sinn des Lebens.

[4] Für den negativen Effekt des Empfindendes bzw. Nichtempfindens einer Sinnhaftigkeit auf physisches und psychisches Wohlbefinden siehe: Crumbaugh, J.; Maholick, L.: An experimental study in existentialism: The psychometric approach to Frankl’s concept of noogenic neurosis, in: Journal of Clinical Psychology, 20(2), 1964, S. 200-207.

[5] Für übliche Ergebnisse bezüglich einer Studie zu Sinnkategorien siehe bspw.: Anja, P.: „Noodiagnostik“: Analyse und Messung der Trotzmacht des Geistes als noetisches Konstrukt und Kompetenz zur Sinnverwirklichung, unv. Diss., Universität München, 2014, Abstract.

Weiterführende Literatur zum Thema ›Sinnforschung‹

  1. Battista, John & Richard Almond (1973): The development of meaning in life. Psychiatry, 36, S. 409-427.
  2. Crumbaugh, James C. & Leonard T. Maholick (1964): An experimental study in existentialism: The psychometric approach to Frankl’s concept of noogenic neurosis. Journal of Clinical Psychology, 20, S. 589-596.
  3. Schnell, Tatjana (2008): Deutsche in der Sinnkrise? Ein Einblick in die Sinnforschung mit Daten einer repräsentativen Stichprobe. Journal für Psychologie, Jg. 16, Ausgabe 3.
  4. Steger, M. F., & Kashdan, T. B. (2007). Stability and specificity of meaning in life and life satisfaction over one year. Journal of Happiness Studies, 8, S. 161-179.
  5. Steger, M. F., & Shin, J. Y. (in press). The relevance of the Meaning in Life Questionnaire to therapeutic practice: A look at the initial evidence. International Forum on Logotherapy.
  6. Steger, M. F., Frazier, P., Oishi, S., & Kaler, M. (2006). The Meaning in Life Questionnaire: Assessing the presence of and search for meaning in life. Journal of Counseling Psychology, 53, S. 80-93.
  7. Steger, M. F., Kashdan, T. B., Sullivan, B. A., & Lorentz, D. (2008). Understanding the search for meaning in life: Personality, cognitive style, and the dynamic between seeking and experiencing meaning. Journal of Personality, 76, S. 199-228.
  8. Steger, M. F., Kawabata, Y., Shimai, S., & Otake, K. (2008). The meaningful life in Japan and the United States: Levels and correlates of meaning in life. Journal of Research in Personality, 42, S. 660-678.
  9. Wong, Paul T.P. & Prem S. Fry (Hg.) (1998): The Human Quest for Meaning. Mahwah, NJ: Lawrence Erlbaum Associates.
  10. Wong, Paul T.P. (1998): Implicit Theories of Meaningful Life and the Development of the Personal Meaning Profile. In Paul T.P. Wong & Pem S. Fry (Hg.), The Human Quest for Meaning (111-140). Mahwah, NJ: Lawrence Erlbaum Associates.

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