Einführung in den Utilitarismus

Die Forderung des klassischen Utilitarismus, so wie sie ursprünglich von Jeremy Bentham (1748-1832) konzipiert wurde, wirkt unmissverständlich und eindeutig: Maßstab unseres Handelns soll das größte Glück der größten Zahl sein. Im Folgenden betrachten wir die Grundlagen des Utilitarismus, die in diesen Maßstab münden.

Grundpfeiler des Utilitarismus

Jeremy Bentham war ein englischer Philosoph und der Gründervater der ersten Theorie des Utilitarismus, die er in seinem Werk An Introduction to the Principles of Morals and Legislation von 1789 ausführt. Nach der aristotelischen Tugendethik entwarf Bentham mit seiner zunächst auf die Zusammenhänge der Ökonomie ausgerichteten Theorie eine der prominentesten normativen Theorien der Ethik.

Normativ ist der Utilitarismus gerade deshalb, weil er einen Maßstab dafür festlegt, was eine moralische oder unmoralische Handlung ist und daraus resultierend bestimmte Handlungen fordert. Bentham zergliederte das dem Utilitarismus unterstellte oberste Moralprinzip in vier Prinzipien, die zusammen den klassischen Utilitarismus bilden [1, Kapitel 1]. Anhand dieser vier Prinzipien lässt sich ein umfassendes Fundament für den Utilitarismus begründen.

Das Prinzip der Konsequenz: Ob eine Handlung im moralischen Sinn als gut oder schlecht gilt, entscheidet sich dem Utilitarismus zufolge niemals intrinsisch, sondern immer anhand der Konsequenzen der Handlung. Der klassische Utilitarismus Benthams ist demzufolge ein strikter Konsequentialismus – es zählen allein die Folgen einer spezifischen Handlung.

Das Prinzip der Utilität: Die Utilität, also der Nutzen einer Handlung ist Maßstab für die Beurteilung einer jeden Handlung. Als Spezifikation von Prinzip 1 besagt Prinzip 2, dass man als eine Konsequenz immer den Handlungsnutzen betrachten soll – es zählt, was die Handlung hervorbringt, während die Absicht der Handlung in den Hintergrund rückt.

Das hedonistische Prinzip: Oberstes Prinzip allen Handelns ist einerseits die Vermehrung von Glück, oft als Wohlergehen oder Lust (pleasure) bezeichnet, und andererseits die Vermeidung von Leid. In einem spezifischen Handlungskontext entscheidet die Lust-Leid-Abwägung bezüglich der entstandenen Konsequenzen (felicific calculus) über den moralischen Status der Handlung. Wird Glück in diesem Kontext im Verhältnis zu Leid für die Betroffenen maximiert, tendiert die Handlung im moralischen Sinne gut zu sein.

Das Prinzip der Universalität: Es steht nicht nur das Wohlergehen des Handelnden im Mittelpunkt, sondern jenes aller Betroffenen. Somit lässt sich der Grundsatz des klassischen Utilitarismus ableiten: Handle so, dass deine Handlung für alle Betroffenen dieser Handlung eine Maximierung von Glück und Minimierung von Leid bewirkt. Maßstab unseres Handelns soll das größte Glück der größten Zahl sein [2].

Obwohl die eben erwähnten vier Prinzipien des klassischen Utilitarismus jeweils einzeln betrachtet durchaus einleuchtend und verständlich sind, führt deren Kombination häufig zunächst zu Fehleinschätzungen gegenüber den Ansprüchen und Forderungen des Utilitarismus.

Insbesondere das Prinzip der Universalität wird in der Kombination mit den anderen Prinzipien unterschätzt, was dann zum Eindruck führen könnte, dass die Bemessung einer Handlung nach utilitaristischen Prinzipien in einem egoistischen Sinn der jeweils handelnden Person größeres Gewicht für die jeweils eigene Nützlichkeit, Konsequenz und Lust-Leid-Abwägung zuspricht. Dies ist jedoch nicht der Fall.

Der Utilitarismus entspricht einer anspruchsvollen und herausfordernden Theorie, da er im Kontext aller möglichen Handlungen das größte Glück für alle Betroffenen anvisiert, was letztlich in die Forderung höchst altruistischer Handlungen mündet. Der utilitaristische Standard aller Handlungen ist das allgemeine Wohlergehen.

Die Ansprüche des Utilitarismus zielen darauf ab, alle Ressourcen einer Person so einzusetzen, dass sie den größtmöglichen Nutzen für alle Betroffenen erzeugen können. Effektiv entfällt demnach jede Form von Bevorzugung, die wir im Alltag gewöhnlich verfolgen, indem wir uns Freunden und Verwandten gegenüber tendenziell anders verhalten als gegenüber fremden Personen.

Diese altruistische Herausforderung zeigt sich besonders an extremen Beispielen: Ob ich eine Niere meiner Mutter spende oder einer fremden Person darf nicht daran entschieden werden, dass es sich bei einer dieser Personen um meine Mutter handelt. Dieses Kriterium spielt Lust-Leid-Abwägung aller Betroffenen zunächst keine entscheidende Rolle.

Bedingungen des Utilitarismus

Benthams Version des klassischen Utilitarismus basiert auf einer Vielzahl von Bedingungen, die zur Funktion der Theorie beitragen. Ergänzend zu den vier Prinzipien sind hier vor allem noch drei zusätzliche Prämissen zu nennen, auf denen der klassische Utilitarismus – insbesondere in der praktischen Umsetzung – basiert [vgl.: 1, Kapitel 4].

An erster Stelle trifft Bentham keine Unterscheidung zwischen quantitativer und qualitativer Lust, was damit gleichzusetzen ist, dass jede Form von Lust inhaltlich identisch ist und sich lediglich in ihrer Menge unterscheiden kann.

Dies erscheint jedoch überaus unplausibel. Schließlich scheint die Freude beim Musikhören oder beim Erreichen eines wichtigen Ziels doch eine andere zu sein als die Freude beim Essen und Trinken. Benthams Nachfolger John Stuart Mill (1806-1873) verfeinerte dieses naive Konzept der Lust daraufhin, indem er die Unterscheidung von quantitativen und qualitativen Ebenen der Lust einführte.

An zweiter Stelle setzt Bentham voraus, dass Lust und Schmerz grundsätzlich quantifizierbare Größen sind, die nach gewissen Maßstäben gemessen und objektiviert werden können. Dies ist für die Lust-Leid-Abwägung in Form einer Bilanz nötig, um anhand konkreter Kalkulationen bestimmten zu können, welche Handlungsentscheidungen zu welchen Resultaten führen. Diese Bilanz wird anhand des sogenannten hedonistischen Kalküls festgehalten.

Das hedonistische Kalkül kann verstanden werden als eine Art Rechenverfahren mit dessen Hilfe man exemplarisch den Nutzen einer Handlung einschätzen könne. Hierfür muss die Bedingung gelten, dass Lust und Leid bzw. Schmerz quantifiziert und zwischen Menschen verrechnet werden können. Zudem müssen gewisse Kriterien vorhanden sein, um Lust und Leid bzw. Schmerz überhaupt quantifizieren zu können.

Bentham unterscheidet im Allgemeinen zwischen sieben solcher Kriterien: Intensität (intensity – Wie stark ist die Lust oder der Schmerz?), Dauer (duration – Wie lange hält die Lust oder der Schmerz an?), Gewissheit (certainty – Wie wahrscheinlich ist es, dass Lust oder Schmerz Resultat der Handlung wird?), Nähe (proximity – Wie (zeit-)nah wird die Lust oder der Schmerz auf die Handlung folgen?), Fruchtbarkeit (fecundity – Wie wahrscheinlich ist es, dass weitere Lust oder weiterer Schmerz auf die Handlung folgen?), Reinheit (purity – Wie viele Schwankungen wird es zwischen den Sensationen von Lust und Schmerz geben?), Ausdehnung (extent – Wie groß ist die Anzahl der Betroffenen?) [ebd.].

Das Entscheidungsmodell des klassischen Utilitarismus ist durch die Anwendung dieser Kriterien instrumentell und atomistisch. Laut Bentham könne der moralische Wert einer Handlung auf instrumentelle Weise durch die Anwendung dieser Kriterien auf eine spezifische Handlung bestimmt werden. Die Anwendung auf genau eine spezifische Handlung macht die Theorie des klassischen Utilitarismus zu einer atomistischen Theorie, insofern sie Handlungen als kleinste und einzeln zu betrachtende Elemente moralischer Bewertung versteht. Hier spricht man auch vom sogenannten Handlungsutilitarismus.

An dritter Stelle löst der klassische Utilitarismus zumindest implizit die Forderung von Pflichten der Gerechtigkeit auf, da mit jeder Handlung gemäß der atomistischen Auffassung auf ein Neues beurteilt werden müsse, was das größte Glück der größten Zahl sein wird. Demzufolge haben soziale Bindungen, vertragstheoretische Konstellationen und Ähnliches zunächst keine bindende Handlungsaufforderung.

In anderen Worten: Ich bin durch ein eingegangenes Versprechen oder einen Vertrag im moralischen Sinn nicht verpflichtet, mich an die Einhaltung des Versprechens oder des Vertrags zu jedem beliebigen zukünftigen Zeitpunkt zu halten, sofern die Lust-Leid-Abwägung zu einem anderen Ergebnis als dem ursprünglichen gelangt. Insbesondere diese dritte Bedingung ist ein Ausgangspunkt zahlreicher Kritiken am Utilitarismus. Eine Auswahl dieser Kritiken werden im Folgenden diskutiert.

Problematisierung des Utilitarismus

Der klassische Utilitarismus sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, dass bestimmte banale Handlungen, die intuitiv als moralisch verwerflich beurteilt werden, eben nicht als solche gelten. So ist es dem klassischen Utilitarismus folgend nicht klar, warum es geboten ist die Wahrheit zu sagen, Schulden zurückzuzahlen, Versprechen einzuhalten und dergleichen. In den meisten Situationen wäre es aus utilitaristischer Perspektive klar geboten anders zu handeln, damit man die eigenen Ressourcen effektiver einsetzen könnte.

Solche genau wie alle anderen möglichen Handlungen entscheiden sich bezüglich ihres moralischen Werts schließlich anhand des allgemeinen Wohlergehens. Insbesondere drei Beispiele, die jeweils bestimmte Szenarien mit einem ähnlichen Aufbau beschreiben, sind in der Auseinandersetzung mit den Problemen des Utilitarismus prominent geworden und werden im Folgenden geschildert [3].

Erstes Beispiel: Nehmen wir an, dass Person A in einem Arbeitnehmer*innen-Verhältnis zu Person B steht. Dieses Verhältnis schreibt vertraglich fest, dass Person A ein Lohn für entsprechend geleistete Arbeit zusteht, der von Person B gezahlt werden muss. Eines Tages entscheidet sich Person B den Lohn in diesem Monat nicht auszuzahlen, um den Betrag stattdessen für wohltätige Zwecke zu spenden. Gesetzt der Fall, dass dies ein größeres allgemeines Wohl erbringen würde, ist diese Handlung aus utilitaristischer Perspektive moralisch gerechtfertigt.

Dieses Beispiel deutet darauf hin, dass der klassische Utilitarismus Verhalten basierend auf Vertrauen oder konventionellen Bindungen untergräbt. Eine Möglichkeit des Utilitarismus diese Herausforderung zu umgehen, besteht darin die zukünftigen Folgen zu erwägen, die entstehen würden, wenn ein solches Verhalten sich zu einer allgemeinen Verhaltensnorm entwickeln würde. Hierzu trägt jede einzelne Ausführung dieses Verhaltens schließlich bei, was in die Bilanz mit einfließen muss.

Nehmen wir an, es hätte keinen Sinn einem gegebenen Versprechen oder Vertrag zu vertrauen, weil es moralisch nicht verboten sei die Verbindlichkeit jederzeit aufzulösen – wie würde eine Gesellschaft aussehen, in der dies gilt?

Es fällt leicht dafür zu argumentieren, dass es um den Zustand einer solchen Gesellschaft schlecht steht. Dies führt zu einem Ausweg für den klassischen Utilitarismus aus der Herausforderung des ersten Beispiels: Indem der Gesamtnutzen einer verallgemeinerten Handlung betrachtet wird, kann gezeigt werden, dass bestimmte Konventionen, soziale Bindungen und Ähnliches in einem moralischen Sinn durchaus aufrechterhalten werden müssen.

„Es soll nicht mehr gefragt werden, ob dieses oder jenes individuelle Nichteinhalten eines Versprechens oder Verurteilung eines Unschuldigen gute Folgen hat, sondern ob die Regel, Versprechen nicht zu halten, Unschuldige zu verurteilen, zu guten oder schlechten Konsequenzen führt. Falls die Konsequenzen der Regel, unter die die Handlung fällt, schlecht sind, gilt die Handlung selbst als moralisch falsch, auch wenn die Konsequenzen der individuellen Handlung gut sein sollten.“ [5, S. 30]

Dies ist damit zu begründen, dass die Lust-Leid-Abwägung der verallgemeinerten Handlung letztlich deutlich negativer ausfällt, und zwar im Verhältnis zu jenem Zustand, den man erreichen könnte, wenn man ein Versprechen bricht, Schulden nicht zurückzahlt etc., um mit diesen Ressourcen anderweitig umzugehen. Das allgemeine Wohlergehen aller Menschen fällt schlechter aus, wenn es keine Versprechen gibt, die eingehalten werden.

Zweites Beispiel: Nehmen wir an, dass Person A in einer Sklavengesellschaft lebt, versklavt wird und daraufhin gezwungen wird für Person B Arbeit zu leisten. Gesetzt der Fall, dass das Leid von Person A in der Lust-Leid-Abwägung von einer positiven Bilanz überschattet wird, da andere Personen in einem höheren Maß von der geleisteten Sklavenarbeit profitieren als die versklavte Person darunter leidet, ist diese Handlung aus utilitaristischer Perspektive moralisch gerechtfertigt.

Oft wird dieses Beispiel in einer stärkeren Version ausgeführt, wobei letztlich beide Beispiele aus der Perspektive des Utilitarismus auf eine ähnliche Weise beantwortet werden können. Die stärkere Version des Beispiels lautet: Nehmen wir an, dass Person A einen Nierenschaden hat und auf eine Spenderniere wartet. Gesetzt der Fall, dass es möglich wäre, eine fremde Person gegen ihre Zustimmung eine Niere für die Transplantation zu entnehmen, sodass die Lust-Leid-Abwägung letztlich positiv ausfällt, wäre diese Handlung aus utilitaristischer Perspektive moralisch gerechtfertigt.

Auch in diesem Fall ist es möglich mithilfe des Schemas aus dem ersten Beispiel zu argumentieren, indem man die Handlung verallgemeinert. Wie würde die Lust-Leid-Abwägung ausfallen, wenn es moralisch nicht verboten wäre Personen wahllos ihrer Organe zu berauben? Auch in diesem Fall würde das Vertrauen in der Gesellschaft zu Bruch gehen, schlimmer noch: Menschen würden in permanenter Angst leben müssen, als Organersatzteillager missbraucht zu werden.

An diesem Beispiel wird deutlich, dass der Utilitarismus Schwierigkeiten dabei hat, bestimmte Handlungen grundsätzlich als moralisch verboten zu klassifizieren, die im Kontext anderer Begründungsschemata mit Prinzipien kollidieren, darunter etwa dem der Menschenwürde oder im folgenden Beispiel dem der Gerechtigkeit.

Drittes Beispiel: Nehmen wir an, dass eine Firma ihren zehn Mitarbeiter*innen eine einmalige Prämie von 100€ auszahlt. Folgt man dem hedonistischen Kalkül, so sollte es keinen Unterschied machen, ob man zehn Personen 100€ auszahlt, oder einer Person 1000€.

Dieses Beispiel baut auf der Tatsache auf, dass Bentham Lust einheitlich quantifiziert und es demnach möglich ist, die einzelne Prämie von 100€ mit einer damit assoziierten Steigerung des Wohlergehens gleichzusetzen. Da sich das Gut, nämlich die Auszahlung eines festen Geldbetrags, nicht verändert, sollte die Auszahlung des doppelten Betrags mit einer Verdopplung des Wohlergehens einhergehen. Der Gesamtnutzen bleibt demnach in jeder möglichen Konstellation derselbe und ein Maßstab der Gerechtigkeit bleibt damit aus.

Dieses Szenario weist auf eine zentrale Fehlstruktur im hedonistischen Kalkül hin. Es liegt eine mangelhafte Konzeptualisierung von Lust und Leid vor, die von einem proportionalen und unbegrenzten Verhältnis zwischen Gütern und Lust bzw. Leid ausgeht. Dieses Verhältnis muss aufgegeben werden, um die Herausforderung des dritten Beispiels überwinden zu können.

Statt eines allgemeinen Nutzens muss von einem Grenznutzen ausgegangen werden, der sich mit jeder weiteren Zugabe desselben Guts abmindert. Für jede weitere Quantität desselben Guts wird ab einer bestimmten Sättigungsgrenze etwas weniger Lust in Bezug auf eine Person gefördert, sodass es nützlicher ist, das Gut zwischen mehreren Personen aufzuteilen. Dies verschafft dem Utilitarismus eine gewisse Konzeption von Gerechtigkeit.

Vom Handlungs- zum Regelutilitarismus

Gegen den klassischen Handlungsutilitarismus lassen sich schwerwiegende Einwände erheben, die bereits in den jeweils gegen sie gewählten Antworten eine Verschiebung andeuten. Die erwähnten Herausforderungen des Vertrauens, der Gerechtigkeit und dergleichen lassen sich überwinden, wenn man nicht mehr die einzelne Handlung zur moralischen Beurteilung heranzieht, sondern eine Regel, die sich aus dieser Handlung ableiten lässt.

Dieser Wechsel vom Handlungs- zum Regelutilitarismus wird durch einen letzten gravierenden Einwand verstärkt. Es handelt sich dabei um den sogenannten Einwand der Selbstzerstörung (self-defeating-critique). Dieser Einwand besagt, dass es utilitaristischen Kalkulation folgend niemals im praktischen Sinne möglich sei, eine Handlung zu vollziehen, da diese Kalkulation von uns verlangt, den maximalen Nutzen jeder Handlungsoption zu bestimmen [4]. Eine solche Kalkulation könne in der Praxis niemals abgeschlossen werden.

Eine mögliche Antwort auf den Einwand der Selbstzerstörung ist der Übergang von einem Handlungsutilitarismus zu einem Regelutilitarismus. Beim Handlungsutilitarismus werden einzelne Handlungen auf atomistischer Basis nach ihrem moralischen Wert beurteilt, während der Regelutilitarismus Gruppen von Handlungen unter die Berücksichtigung bestimmter Regeln zusammenfasst.

Der Handlungsutilitarismus ist mithin eine ziemlich atomistische Theorie: die Richtigkeit einer einzelnen Handlung wird durch ihre Folgen für die Welt bestimmt. Der Regelutilitarismus dagegen vertritt die Ansicht, daß die Richtigkeit einer Handlung nicht durch ihren rela­tiven Nutzen bestimmt wird, sondern durch den Nutzen, der daraus resultiert, daß man eine relevante moralische Regel hat. [5]

Die Bestimmung dieser relevanten moralischen Regel orientiert sich daran, welche Regel eine Gesellschaft akzeptieren sollte, um das größte allgemeine Wohlergehen herzustellen.

Hierzu wird eine spezifische Regel definiert, nämlich als genau diejenige, deren Akzeptanz direkt zu einer Maximierung der sozialen Nützlichkeit in überwiegend ähnlichen Situationen führen würde. Anschließend wird die konkrete Handlung im moralisch guten Sinn unter strenger Übereinstimmung mit der Regel definiert. Die Regel bezieht sich auf die konkrete Handlung, die Handlung auf die Maximierung der Nützlichkeit in einer konkreten Situation.


Quellen und Verweise

[1] Vgl.: Bentham, Jeremy : An Introduction to the Principles of Morals and Legislation. Forwde, Henry (Hrsg.). Oxford: Claredon Press, 1907.

[2] Celikates, Robin; Gosepath, Stefan (Hrsg.): Philosophie der Moral. Texte von der Antike bis zur Gegenwart. Frankfurt am Main: 5. Auflage, 2017, S. 224.

[3] Für einen der zentralsten Beiträge siehe: Ross, W. D.: The Right and the Good. Stratton-Lake, Philip (Hrsg.). Oxford: Claredon Press, 2007, Kapitel 2.

[4] Hodgson, D. H.: Consequences of Utilitarianism. Oxford: Clarendon Press, 1967, S. 187.

[5] Brandt, Richard B.: Einige Vorzüge einer bestimmten Form des Regelutilitarismus, in: Einführung in die utilitaristische Ethik: Klassische und zeitgenössische Texte. Höffe, Otfried (Hrsg.). Stuttgart: UTB, S. 186.

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