Klimakrise - Waldbrand und Naturkatastrophen

Am 28.06.2019 stimmte der Deutsche Bundestag mit 463 zu 138 Stimmen gegen den Antrag zum Ausruf eines Klimanotstands in Deutschland. Am Vortag wurde in Frankreich ein Hitzerekord gemessen – die Temperaturen kratzen an 46°C, während in Sibirien massive Überflutungen, in den USA gewaltige Waldbrände und in Indien Wassknappheit herrschen. Aber: Hauptsache der Wirtschaft wird nicht geschadet.

INHALTÜBERBLICK
  1. Entwicklungen in der Klima-Politik?
  2. Klimakrise – Und was nun?
  3. Auch gerne Kunststoff im Salat?
  4. Was liegt der Klimakrise zugrunde?
  1. Aktuelles zur Klimakrise
  2. Daten zu Massentierhaltung und Plastik
  3. Was bezeichnet die kapitalistische Dekadenz?
  4. Verantwortung als Lösung der Klimakrise

Entwicklungen in der Klima-Politik?

Was hat sich in den letzten Jahren in Hinblick auf Maßnahmen gegen die Klimakrise in der Politik alles getan? Wir müssen leider eingestehen, dass in den letzten 10 Jahren auch nur bezüglich der wesentlichen Punkte zur Bekämpfung der Klimakrise auf politischer Ebene beinahe nichts getan wurde.

Dies demonstrieren die aktuellen Umstände wie etwa der RWE-Skandal um das skrupellose Beibehalten der Kohlekraftwerke, das illegale Zerstören des Hambacher Forsts und der gewaltsame Einsatz von Polizei gegen Klima-Aktivist*Innen in Kontrast zu einem Greenpeace Artikel von 2009:

Derzeit fördert [die Bundesregierung] Umweltzerstörung mit jährlich 42 Milliarden Euro, etwa durch die Nicht- oder Geringbesteuerung von klimaschädlicher Kohle. Der Atomausstieg darf nicht aufgeweicht werden, sondern sollte 2015 abgeschlossen sein, also deutlich schneller als bislang geplant. Atomkraft kann das Klima nicht retten. [1]

Im Jahr 2009 fördert die Bundesregierung die Umweltzerstörung genauso wie im Jahr 2019. Der Kohleausstieg hat sich nicht ereignet. Der totale Umstieg auf erneuerbare Energien ist immer noch nicht in Sicht, obwohl der Bundesfinanzminister Olaf Scholz auf die Frage vom Journalisten Tilo Jung, was es unseren Kindern und Enkeln bringe im Jahr 2050 keinen Staatsschuldenberg mehr zu haben, wenn das Klima dann zerstört ist, folgendes Geständnis aussprach [2]:

Meine These ist: Wir können alle notwendigen Investitionen, die wir brauchen, um den menschengemachten Klimawandel aufzuhalten, in Deutschland stemmen […].

Trotz solcher Aussagen und einem gewaltigen Statement der Bevölkerung durch Demonstrationen wie etwa bei Ende Gelände und Fridays for Future bleibt es eine Tatsache, dass sich in puncto Klimaschutzmaßnahmen in der Politik nichts tut.

Zahlreiche harte Fakten für den Klimawandel gibt es entgegen aller Klimaleugner seit langem auch – Beispiel: Im Sommer fällt in Deutschland gemessen im Zeitraum 1971-2000 im Schnitt 20% weniger Niederschlag, dafür im Winter bis zu 50% mehr, da aufgrund milder Temperaturen keine Schneebildung einsetzt. Die mittlere Temperatur ist lokal teils um 2 °C gestiegen! [3]

Klimakrise – Und was nun?

Hinter der Klimakrise stecken vor allem Kohlekraftwerke und ähnliche emissionslastigen Ressourcenträger, aber auch andere Faktoren, die vom Einzelnen gerne übersehen werden. Der Einfluss von Plastik auf das Ökosystem ebenso wie die Massentierhaltung tragen jeweils erheblich zur Beschleunigung der Krimakrise bei.

Fleischkonsum ist unmoralischer Luxus – in zweierlei Hinsicht. Es ist nicht nur aus pragmatischen Gründen abzulehnen, Massentierhaltung zu betreiben, für die Regenwälder gerodet werden und gewaltige Mengen Emissionen freigesetzt werden. Hinzu kommt vielmehr noch ein moralischer Aspekt, der das qualvolle Züchten, Schlachten und Essen von Tieren untersagt. Eine Darstellung der Philosophie des Vegetarismus und Veganismus solltest du hier nachlesen.

Zusammenfassend kann man den Einfluss der Massentierhaltung auf die Umwelt wie folgt beschreiben:

Die weltweite Tierhaltung gehört mit rund 20 Prozent der Treibhausgasemissionen zu den wichtigsten Verursachern der globalen Erwärmung. Dazu gehören sowohl direkte Emissionen wie z.B. aus dem Magen freigesetztes Methan bei Rindern, vor allem aber Emissionen bei der Futtererzeugung inklusive Abholzungen zur Landumwandlung. [4]

Auch gerne Kunststoff im Salat?

Für den negativen Einfluss von Kunststoffen auf die Umwelt gilt dasselbe Schema. Sowohl die Produktion als auch der Gebrauch und die Nachfolgen erzeugen Unmengen an Treibhausgasen. Der einzelne Mensch übersieht und ignoriert, dass sein alltäglicher Konsum ein wichtiger Faktor für die Bestärkung der Klimakrise ist!

Die Studie „Plastic & Climate“ analysiert die Emissionen und die Klimabilanz von Kunststoffen entlang des gesamten Lebenszyklus der Produkte […] Das Ergebnis zeigt, dass alleine Produktion und Verbrennung von Kunststoffen bereits heute weltweit jährlich für mehr als 850 Millionen Tonnen an Treibhausgasen verantwortlich sind, was dem CO2-Ausstoß von 189 modernen Kohlekraftwerken entspreche. Hinzu kommen die Emissionen, die bei der – allerdings meist sehr langsamen – Zersetzung des Plastiks in der Umwelt entstehen. [5]

Hinzu kommt noch ein weiterer Aspekt, der besonders besorgniserregend ist. Die Unmengen an Plastik, die produziert, sinnlos verbraucht und weggeschmissen werden, verseuchen die Weltmeere derart, dass diese als natürliche Kohlendioxid-Binder ihre Kapazitäten einbüßen:

Plastik ist nicht nur an vermehrten CO2-Emissionen schuld – es mindert auch die Fähigkeit des Planeten, mit ihnen fertig zu werden. Denn die Ozeane binden einen großen Teil Kohlenstoffdioxid: rund 40 Prozent aller menschengemachten CO2-Emissionen seit der Industrialisierung. Neue Forschungen zeigen, dass durch die Verschmutzung der Meere die „biologische Pumpe“ angegriffen wird – das heißt, die Eigenschaft der Meere, Kohlenstoffdioxid von der Wasseroberfläche am Meeresgrund zu binden. [6]

Was liegt der Klimakrise zugrunde?

Schuld an der Klimakrise ist im Wesentlichen eine kapitalistische Dekadenz, die allgemein von CEOs bis zum Durchschnittsbürger reicht. Mit dem naiven Glauben, Geld könne alles rechtfertigen, machen wir die Erde mehr und mehr zur Hölle. Die meisten Politiker übersehen genauso wie die meisten einzelnen Bürger, dass Freiheit nicht von Verantwortung getrennt werden kann.

Seit jeher reden wir uns analog zum Fleischkonsum ein, dass wenn man einen Schlachter zum Töten bezahlt, man selbst am toten Tier keine Schuld trägt. Das tote Tier ist die Erde, der Schlachter ist die Ansammlung an Konzernen, die auf Kosten des Planeten und des Lebens aller Wesen Goldberge anhäufen.

Von diesem Goldberg tropft hin und wieder etwas in die privilegierten Länder herab. Dies wird im schlimmsten Fall bis zu dem Tag andauern, an dem auch diese Menschen mit funkelnden Augen vor ihrem Reichtum sitzend, zusammen mit dem Rest des Planeten untergehen.

Fleischkonsum, Autofahren, mit dem Flugzeug reisen, Zigaretten auf den Boden werfen und vieles mehr sind keine Rechte, sind keine gewöhnlichen Praktiken, die jeder selbstverständlich tun darf. Es sind nur in einer verantwortungslosen und dekadenten Gesellschaft Rechte und Selbstverständlichkeiten. Diese Zeit ist aber vorbei und zwar endgültig.

Jeder Einzelne muss begreifen, dass auch er mit seinen banalen alltäglichen Handlungen Verantwortung für den gesamten Planeten trägt. Anhand des Zustands unseres Planeten, unserer sozialen Ordnung, unserer politischen Maskeraden und Katastrophen können wir ablesen, wie wenig Verantwortung in Summe übernommen wird.

Die Probleme unserer Zeit sind das Resultat einer Freiheit, die wir selbstverständlich leben, ohne für die Konsequenzen Verantwortung zu tragen. Wir fahren Champagner schlürfend in einer Limousine direkt dem Abgrund entgegen.


Quellen und Verweise

[1] Jan Haase – Greenpeace: Die Klimakrise ist gefährlicher als die Wirtschaftskrise, 2009.

[2] Tilo Jung – Jung & Naiv: Keine Staatsschulden mehr auf Kosten eines zerstörten Planeten?

[3] Siehe: Schönwiese, C.-D., Janoschitz, R.: Klima-Trendatlas Deutschland 1901-2000, 2. aktualisierte Auflage. Bericht Nr. 4, Inst. Atmosph. Umwelt, Univ. Frankfurt/Main, 2008.

[4] Greenpeace – Fleisch –  Was kostet das Stück Lebenskraft?

[5] Joachim Wille – Neue Energie – Müllproblem: Plastik heizt die Klimakrise an. 2019.

[6] Michael Weiland – Greenpeace: Neuer Report über den Zusammenhang zwischen Plastikproduktion und Erderhitzung. 2019.